Casavecchia

Casavecchia


Der Ursprung dieser Rebsorte, letztes Glied der neubelebten kampanischen Weinproduktion, allerdings nur in Bezug auf seine Wiederentdeckung, verliert sich im Dunkel der Geschichte.
Angeblich, so erzählen alte Bauern des Gebietes Pontelatone-Formicola-Castel Di Sasso und umliegender Dörfer, gehe die Rebsorte Casavecchia auf einen einzigen gewaltigen Weinstock zurück, den man zufällig Ende des 19. Jhdts. zwischen den Grundmauern eines antiken römischen Gebäudes auf den Feldern von Pontelatone gefunden habe und der ganz offensichtlich von der in jenen Jahren wütenden Reblaus verschont geblieben sei.
Man vermehrte ihn, nach alter Art, vermittels Stecklingen und Ablegern, und die auf diese Weise entstandenen Direkträger wurden an Freunde und Verwandte weitergegeben, die sie wiederum an Kinder und Kindeskinder weiterreichten, welche sie heute noch anbauen.
Der Casavecchia Wein könnte, einigen Forschern zufolge, identisch mit dem berühmten “Trebulanum” sein, geschätzt von den alten Römern und von Plinius, für den er zu den besten Weinen des antiken Italien gehörte, und kultiviert in Trebula (heute Treglia), also im Bereich der modernen Ortschaften Pontelatone, Formicola, Liberi und Castel di Sasso.
Die Rispen dieser Rebsorte sind sehr groß, gleichzeitig aber auch sehr spärlich besetzt: das bedingt, daß sie von Natur aus relativ gut vor Schimmel und Krankheitserregern geschützt sind; die Ernte erfolgt ab Mitte Oktober, der aus ihnen gewonnene Wein hat eine starke Struktur. Laut der Untersuchungen von Prof. Moio zeichnet er sich durch einen niedrigen Säuregehalt und einen hohen Grad an weichen Tanninen und Anthocyanen aus.
In der Weinprobe kommen die typischen Nuancen des Unterholzes zum Tragen, Trockenpilze, grüner Pfeffer, trockene Johannisbrotfrüchte, Lakritz. Der Wein eignet sich zur langfristigen Lagerung und Reifung.